Reisen nach Usbekistan
In IX-XII Jh. erlebten Buchara, Samarkand, Merv, Urgentsch und Fergana den kulturellen Aufschwung. Während der Regierungszeit von Samaniden blieb Zentralasien von kriegerischen Auseinandersetzungen weitgehend verschont, das Land erreichte wieder einen gewissen Wohlstand, und unterhielt dank des Karawanenhandels enge kulturelle Beziehungen mit den europäischen und orientalischen Länder. Die zur Errichtung von Gebäuden am häufigsten verwendeten Baumaterialien in Zentralasien, einem Land, wo es wenig Bauholz gab, waren luftgetrocknete Ziegel und Lehmblöcke, die oft mit Häcksel vermischt wurden. Bald erschien gebrannte Ziegel, der eine grosse Rolle in der Entwicklung der Baukunst spielte. Zu den ältesten Mausoleen, die in Zentralasien erhalten sind, gehört das Mausoleum des Samaniden Ismail in Buchara (um 900). Trotz seiner bescheidenen Abmessungen ist es ein Baudenkmal der Superlative und ein Beweis für das hohe künstlerische Leistungsvermögen der Samaniden. Besonders imponierend bei diesem Bauwerk ist die schlichte Eleganz seiner Form und seines Dekors. Klar gegliedert und völlig harmonisch ist der würfelformige, überkuppelte Baukörper, be idem ausschliesslich gebrannte unglasierte Ziegel, sowohl als Baumaterial als auch als Schmuckelement, Verwendung gefunden haben. Im XIV beherschte über ganz Transoksanien Timur. In mehreren Feldzügen durch Asien und Europa gelang es Timur, ein Reich aufzubauen, das vom Mittelmeer reichte. Mit der gleichen Energie und Geschwindigkeit, mit der Timur sein Reich weit nach Westen ausgedehnt und alle eroberten Länder geplündert hatte, liess er in seiner Hauptstadt Samarkand die grössten und prächtigsten Gebäude errichten: Moscheen, Mausoleen, Medressen, Karawansereien und Paläste. Nach dem Tod Timurs beherschte über Samarkand Ulugbek. Während seiner Regierungszeit machte er seine Hauptstadt zu einem wahren Zentrum von Kunst und Wissenschaft. Er liess zwei Medressen in Buchara und Samarkand errichtet, Von überal her kamen Künstler, Dichter und Gelehrte. Es war ein für Zentralasien fruchtbares Zeitalter. Als Astronom lud er in Samarkand die berühmten Astronomen Kasysade Rumi und Gijas-ad-Dina Djamschida ibn Masuda ein, gründete eine grosse Sternwarte, dort befand sich ein grosses Fernrohr. In XVI Jh. wurden verschiedene kulturelle und zivile Anlagen gebaut. Darunter waren auch die Karawansereien, die als ein Gasthof und ein Verkaufsraum dienten. In Buchara wurden in diesem Zeitraum eine Marktreihe gegründet.Baudenkmäler dieses Zeitraums sind Medresse von Schejbani-khan in Samarkand, Moschee Matschiti-Kalan, Medresse Miri-Arab, zwei grössen Medressen von Abdula –khan, Medresse Kukeldasch Kalob u.a. Das Herz Samarkands ist sicher der Registan (Registan: sandiger Platz). Der wird von drei prachtvollen Medressen eingerahmt: rechts die Medresse Scher Dor (Scher bedeutet Löwe, Dor – die Wand), in der Mitte die Medresse Tillya-Kari (Tillja-Gold), und links die Medresse von Ulugbek. Am Ende XVIII Jh. wurden die Städte Mittelasiens wieder aufgebaut. Besonders stürmische Errichtung wurden im Khanat Chiva begonnen. Die Medresse von Allakuli-khan, der Palast Rachmankul-inak, ein nicht zu Ende geführtes Minarett sind gut erhalten.
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